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Religionsunterricht im Dekanat

Religionsunterricht (RU) ist in den Schulen eine feste Einrichtung. Als einziges Fach ist es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland abgesichert. Im Art. 7 heißt es:
Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen... ordentliches Lehrfach. ... Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt.
Dies ist die gesetzliche Grundlage für unser Handeln.

Unsere inhaltliche Motivation als Kirche besteht darin, dass wir das Evangelium auch im Sinne einer Verbindung von Bildung und Lebenshaltung weitergeben. Das versuchen wir altergemäß in den 138 Schulen in Nürnberg zu verwirklichen.

Es ist uns ein Anliegen die jungen Menschen auf ihrem Lebensweg zu begleiten und ihnen die Orientierung zu vermitteln, die uns das Evangelium von Jesus Christus anbietet. Daraus ergibt sich als Konsequenz, dass wir den jungen Menschen durch den Religionsunterricht wichtige Fähigkeiten vermitteln und Möglichkeiten eröffnen wollen, z.B. Findung der eigenen Persönlichkeit und Identität, das Wissen um unsere christlich-abendländische Kultur und eigenverantwortliches ethisches Handeln in der Gesellschaft. Außerdem die Sprachfähigkeit im Glauben, damit Staunen und Dank, Freude und Klage nicht im Halse stecken bleiben. So geht es im RU um die Fragen: Was ist mein Platz in der Welt? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Ebenso ist es dem RU ein Anliegen, den jungen Menschen "Handwerkszeug zu vermitteln", damit sie in einer religiös pluralen Welt einen eigenen Standpunkt aufbauen können.

Im Schulreferat des Evang. Luth. Dekanats wird dieser Religionsunterricht koordiniert für alle 138 Schulen in Nürnberg. Etwa 75 Religionspädagoginnen und Religionspädagogen sowie Katechetinnen geben zusammen mit 80 Gemeindepfarrern in Grund-, Haupt- und Förderschulen Unterricht zwischen 2 und 25 Wochenstunden, je nach individuellem Vertrag oder Pflichtstundenmaß. Auch weitere 120 staatliche Lehrkräfte sind wertvolle Mitarbeiterinnen im RU.

Nochmals etwa 44 Pfarrerinnen und Pfarrer sowie 65 Religionsphilologinnen und -philologen unterrichten evangelische Religion in Gymnasien, Realschulen und Beruflichen Schulen. In Arbeitskreisen vor Ort können sich die Lehrkräfte für den RU schulartspezifisch weiterbilden. Eine Bibliothek hält einige tausend theologische und religionspädagogische Bücher vor, die an Interessierte ausgeliehen werden können. Ein jährlich erscheinendes Heft informiert über das Fortbildungsangebot in Nürnberg. Weitere Angebote sind über www.rpz-heilsbronn.de abzurufen. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit den evangelischen Elternverbänden und Lehrerverbänden, die im GVEE (Gesamtverband Evang. Erzieherinnen und Erzieher) zusammen geschlossen sind.