Ökumene und Partnerschaft
Was bedeutet eigentlich Ökumnene?
Die Kirche Jesu Christi ist ein weltweites "Unternehmen Reich Gottes" mit vielen verschiedenen Zweigen. Diese einzelnen "Konfessionen" (vom lateinischen Wort "confessio", Bekenntnis, meint also das je besondere Glaubensverständnis) bieten mit ihrer jeweiligen geschichtlich-geographischen Herkunft und gegenwärtigen Prägung eine staunenswerte Fülle. Die Geschichte Europas ist geprägt durch konfessionell begründete Konflikte ("Religionskriege") und einen mühsamen Lernprozess hin zur Verständigung und Toleranz zwischen den christlichen Konfessionen und auch gegenüber anderen Religionen. "Oikos" (griechisch) bedeutet: "Haus", im übertragenen Sinn "Familie" - also "der gemeinsame Lebensraum".
"Oikumene" bedeutet ursprünglich "die ganze bewohnte Welt" im Unterschied zu menschenleeren und kulturlosen Weltregionen. Mit diesem Begriff verbindet sich schon im Altertum der religiös-politische Gedanke einer allgemein verpflichtenden Gemeinschaft der Menschheit. Im modernen Sprachgebrauch setzt sich das fort. "Ökumene" bedeutet "nach außen die weltweite Verständigung der Kulturen und Rassen , Regionen und Religionen, Ideologien und Wissenschaften über die gemeinsamen Fragen, Nöte und Aufgaben der Menschheit", aus christlicher Sicht "nach innen die Wiederversammlung der gespaltenen Christenheit" (Urs Baumann, in: Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe, Bd.4, München 1991, S.78) und also die Pflege und Weiterentwicklung von Beziehungen zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen.