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Kirchenaustritt

Wie versteht die evangelische Kirche den Austritt?

Mit dem Kirchenaustritt trennt sich ein Mensch von seiner / ihrer Glaubensgemeinschaft. Das ist etwas anderes als aus einem Sportverein auszutreten. Beim Glauben geht es um die letzten Dinge, um die eigenen Werte, um Fragen nach einem richtigen Leben und getrosten Sterben. Glaube ist ohne Gemeinschaft nicht zu haben. So wie das biblische Zeugnis uns an einen Gott-in-Beziehung verweist, so glauben wir, dass menschliches Leben nur in Beziehungen trägt.
Wir wissen: Für jeden Austritt gibt es Gründe. Manchmal sind schlechte Erfahrungen im Miteinander der Anlass, andere treten wegen ihrer kritischen persönlichen finanziellen Situation aus. Kaum einer versteht seinen Austritt als "Abfall vom Glauben". Für viele ist es eher ein Distanz-Signal gegenüber ihrer Kirche, die sie zu wenig als hilfreiche Glaubensgemeinschaft erfahren haben, und nicht ein endgültiger Schritt mit allen inhaltlichen Konsequenzen.
Die Evangelische Kirche in Nürnberg bietet allen, die sich mit einem Kirchenaustritt gedanklich befassen, an, mit ihr in Kontakt zu treten. Wir möchten Austrittswillige nicht unbedingt von ihrem geplanten Schritt abhalten. Aber wir fänden es gut, wenn damit ein klärendes Gespräch über die Beziehung zur Kirche verbunden wäre. Manchmal finden sich im Gespräch vielleicht auch Möglichkeiten einer weiteren Kirchenmitgliedschaft.
Pfarrer Elke Wewetzer: Email kircheneintrittsstelle@eckstein-evangelisch.de oder 0911- 214 1516

Kirche und Geld

Wir wissen: Für viele Menschen ist es schwer geworden, ihr Leben zu finanzieren. Kirche möchte, dass Menschen in abgesicherten Verhältnissen leben können. Andererseits: Wer wenig verdient, zahlt auch kaum Kirchensteuer. Wir fragen an dieser Stelle sehr bewusst: Was ist Ihnen Geld wert? Wofür möchten Sie Ihr Geld einsetzen?
Mit jedem Ausgetretenen verliert die Evangelische Kirche in Nürnberg auch ein Stück ihrer finanziellen Grundlage. Die großen Kirchen in der Stadt, die vielen Menschen auf ihren Alltagswegen eine Rast ermöglichen und Gottesnähe spüren lassen, Pfarrerinnen, die Zeit mitbringen für intensive seelsorgerliche Gespräche über Glaube und Leben - diese und andere Werte erhalten sich nicht von allein. Die evangelische Kirche in Nürnberg unterhält über 60 Kindergärten, die zu einem bestimmten Anteil aus Kirchensteuermitteln finanziert werden. Wir sagen: Wer austritt, um Geld zu sparen, gefährdet den Fortbestand dieser und anderer Einrichtungen, wie z.B. Beratungsstellen.

Wo kann ich meinen Austritt aus der Kirche erklären?

Der Kirchenaustritt ist gesetzlich geregelt. Ein rechtskräftiger Kirchenaustritt kommt durch eine entsprechende Erklärung vor dem zuständigen Standesamt zu Stande, wenn man will, auch vor einem Notar. Die Kirchen werden von den Standesbehörden nachträglich informiert. Die Kirchensteuerpflicht erlischt mit Ablauf des jeweiligen Monats.

Welche Folgen hat der Kirchenaustritt für mich?

Mit dem Kirchenaustritt gibt ein Mensch das Signal, dass er / sie nicht mehr zu dieser Kirche dazu gehören und die kirchlichen Dienstleistungen nicht mehr nutzen will. Somit sind eben auch eine kirchliche Trauung und Beerdigung nicht mehr selbstverständlich. Er / Sie kann nicht mehr Pate werden oder an den Kirchenwahlen teilnehmen. Eine kirchliche Anstellung scheidet aus. Selbstverständlich sind aber Ausgetretene weiterhin zu Gottesdiensten und kirchlichen Veranstaltungen eingeladen. Eine Unterscheidung ist uns sehr wichtig: Der standesamtliche Kirchenaustritt betrifft die Rechtsgemeinschaft der Kirche; die Taufe lässt er unberührt. Auf die Taufe als auf Gottes eigene Zusage können Sie sich immer beziehen. Das tut auch Ihre Kirche. Deshalb kann man ohne Scheu aufgrund neuer Erfahrungen und Einstellungen wieder in die Kirche eintreten. Die Türen stehen offen.

Gibt es jemanden, mit dem ich vertraulich über Fragen zum Kirchenaustritt reden kann?

Bitte wenden Sie sich an Pfarrerin Elke Wewetzer.