Sinn entdecken – die SinN-Stiftung
Der christliche Glaube ist eine starke positive Kraft im Leben, elementar und sinnstiftend. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Nürnberg trägt mit ihrer vielfältigen Arbeit dazu bei, dass Menschen diese Kraft immer wieder neu erleben und spüren können. Ergänzend zur Seelsorge in Gemeinden und Diensten, hat das Dekanat Nürnberg im Jahr 2005 die SinN-Stiftung ins Leben gerufen. SinN - das steht für Seelsorge in Nürnberg ebenso wie für den sinnstiftenden evangelischen Glauben. Die SinN-Stiftung will Menschen auf der Suche nach dem Lebenssinn begleiten, Mut zum Leben machen und Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen geben.
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| Dekan Dirk Wessel, Vorsitzender des Stiftungsvorstands |
"Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.” (Apostel Paulus an die Gemeinde in Rom)
Aktuelle Projekte
Vortragsveranstaltung am 10.7.2009
Gemeindeaufbau in Sibirien
Leben und Glauben im Fernen Osten.
Referent: Propst Michael Fendler (Novosibirsk/Russland)
Im Anschluss laden wir zu einem gemütlichen Zusammensein mit russischem Abendimbiss ein.
Freitag, 10. Juli 2009, 17:00 – 19:00 Uhr Nikodemuskirche, Gemeindesaal Stuttgarter Straße 33, U-Bahn Röthenbach
Seit 9 Jahren leben und arbeiten Stefanie und Michael Fendler mit ihren drei Kindern in Sibirien, wo sie mit der Betreuung und dem Aufbau von Gemeinden betraut sind, die teilweise brüdergemeindlich geprägt sind oder lutherische Gemeinden gar nicht kennen, weil sie in der Zeit der Sowjetunion verboten waren.
In die Nikodemuskirche bringt Michael Fendler Bilder wunderbarer Landschaften und aus seiner Gemeindearbeit mit.
Lassen Sie sich mitnehmen auf eine Reise zu Gemeinden, die sich im Umbruch befinden und neu die Gegenwart Gottes suchen.
Weitere Informationen: Dr. Sabine Arnold, 0911-239919-30
mail: sinn-stiftung@st-leonhard-schweinau.de
Nach der Predigt lädt der Pfarrer zum Tee vom Samowar
„Es ist so schön für mich, alles in meiner Muttersprache zu hören“ erklärte eine russlanddeutsche Besucherin nach dem russisch-deutschen Ostergottesdienst, den Pfarrer Kleinhempel am 19. April in der Nikodemuskirche hielt. Ein Herr stimmte ihr auf Russisch zu. Er hat bisher keine Gottesdienste besucht, weil er in deutscher Sprache nicht folgen kann. In den zweisprachigen Gottesdiensten fühlt er sich wohl. Auch beim anschließenden Zusammensein bei deutschem Osterzopf und russischem Kulitsch. Dr. Sabine Arnold erzählt von den fränkischen Osterbrunnen. Einige der etwa 50 Besucher haben die Brunnen selbst schon gesehen, andere nehmen sich einen Besuch vor und lassen sich den Weg beschreiben. Eine Besucherin erinnert sich an die Osterbräuche in Sibirien, wo sie in einem deutschen Dorf aufwuchs, an die Ostereiersuche im Tiefschnee und daran, dass es besser war, in der Schule nicht von der heimischen Feier zu erzählen. Denn Glaubenspraxis und kirchliches Leben waren in der früheren Heimat nur auf Sparflamme möglich. „Es gab bei uns weder Kirchen noch Pfarrer, viele mussten sonntags arbeiten, erzählt Waldemar Kutscher. Nur ganz privat trafen sich vor allem Frauen zu geheimen Andachten – die waren dann als Kaffeekränzchen getarnt. Mit seiner Frau Olga hatte er die stalinistische Zwangsumsiedlung nach Sibirien erlitten. Vor sechs Jahren kamen sie mit ihren Enkeln nach Nürnberg.
Religiöse Praxis, Texte und Lieder sind nicht nur den jungen Russlanddeutschen oft fremd, obwohl etwa die Hälfte aller russischsprachigen Zuwanderer, die aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion zu uns kommen, evangelische Wurzeln haben. Etwa 10% der bayerischen evangelischen Christen sind Deutschstämmige aus Osteuropa. In Nürnberg leben rund 20 Tausend evangelische Christen, deren Muttersprache Russisch ist. In der Nikodemuskirche machen sie 12% der Gemeindemitglieder aus.
Seit März bietet Pfarrer Kleinhempel in Zusammenarbeit mit Dr. Sabine Arnold von der SinN-Stiftung der evang.-luth. Dekanats jeden Monat einen Gottesdienst in russischer und deutscher Sprache an. Diese Gottesdienste schlagen eine Brücke zu den evangelischen Christen im Prodekanat West, die das Evangelium in russischer Sprache besser verstehen. Peter Unrau und Maria Gorelova vom Gottesdienstteam übersetzen alle Texte ins Russische und tragen sie im Wechsel mit Pfarrer Kleinhempel und Sabine Arnold vor. So sind alle Gottesdienste durchgehend zweisprachig. Für manchen ganz nebenbei auch ein kleiner Sprachunterricht.
Im Juni predigte Pfarrer Kleinhempel über das Pfingstwunder: „und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen“ (Apg. 2,4). In der Nikodemuskirche erklangen zwar nicht viele Volkssprachen aber doch wenigstens zwei: Deutsch und Russisch.
Die weiteren Gottesdienste in deutscher und russischer Sprache feiern wir in diesem Jahr am: 19. Juli, 16. August, 27. September, 18. Oktober, 15. November immer um 11:00 Uhr.
Seien Sie alle herzlich eingeladen!
Ihr Ullrich Kleinhempel und Dr. Sabine Arnold
Russlanddeutsche sind eine Bereicherung
Landesbischof Friedrich stellte am Rande des Kirchentages auf dem Hesselberg die Broschüre «...mittendrin...» der Öffentlichkeit vor. Sie schildert die Arbeit der bayerischen Aussiedlerseelsorge, die seit 20 Jahren besteht. «Die russlanddeutschen Aussiedler sind eine Bereicherung für unsere bayerischen Gemeinden», so Friedrich. Es könne kein Ziel sein, aus den Aussiedlern «waschechte Bayern» zu machen. In der Kirche bestünde ausreichend Raum für andere Frömmigkeit, andere Traditionen und andere Lebensgeschichten. Rund die Hälfte der Russlanddeutschen, die im Gefolge der politischen Wende in Osteuropa nach Bayern gelangten, sind evangelisch. Sie machen rund zehn Prozent der 2,6 Millionen evangelischen Christen in Bayern aus. In manchen Gemeinden wie z.B. in Deggendorf stellen die Russlanddeutschen mehr als die Hälfte der Mitglieder.
Die Broschüre können Sei für eine Schutzgebühr von 2 € im Haus der Kirche erwerben.
Pressemeldung, 8.4.2009
Hallo, Himmel. Kindermusical-Woche in der Kirchengemeinde St. Leonhard Schweinau
In der Woche nach Ostern ging es wieder lebhaft zu in den Gemeinderäumen von St. Leonhard Schweinau. „Hallo, Himmel“ hieß es dieses Mal beim Musikworkshop. 27 Kinder studierten vom 15. – 18. April als Schauspieler und Chorsänger ein Musical ein. Am Samstag, den 18. April, und am 16. Mai zeigten sie ihr Können und wurden von einem begeisterten Publikum zu Zugaben aufgefordert.
Das Stück erzählt die Geschichte von Lissi und Timo, die durch eine Zeitreise 2000 Jahre zurückversetzt werden. Auf der Suche nach dem, was es mit dem Himmel auf sich hat, landen sie auf einem Gemüsemarkt und erleben Zachäus, Barthimäus und die Verurteilung Jesu.
Dekanatskantorin Elisabeth Lachenmayr, Theaterpädagogin Nicole Schymiczek, Kunstpädagogin Tatjana Engelhardt und Dr. Sabine Arnold von der SinN-Stiftung, die den Workshop organisierte, freuten sich über das Engagement der Kinder. Vier Tage lang sangen sie nach fröhlicher und rockiger Musik und standen als Schauspieler auf der Bühne.



„Nach der letzten Musicalwoche im Sommer haben uns immer wieder Kinder auf der Straße angesprochen, wann wir wieder ein Musical proben werden. Deshalb haben wir in diesem Jahr zwei Workshopwochen organisiert, in denen wir mit den Kindern nicht nur proben, sondern auch spielen, essen und gemeinsam eine schöne Zeit verbringen.“, sagt Dr. Sabine Arnold.
Die bildschönen Kulissen hat die Künstlerin Tatajana Engelhardt zusammen mit Kindern aus St. Leonhard angefertigt.
Herzliche Einladung zur Aufführung des Kinderworkshops:
Hallo, Himmel – ein Jesus-Musical
Wann? 18. April und 16. Mai , 17:00 Uhr
Wo? Kirche St. Leonhard, Schwabacher Str. 56
„Hallo, Himmel, Du sag mal, bist Du wirklich so weit weg?“ Mit dieser Ausgangsfrage machen sich Lissi und Timo, zwei Kinder von heute auf die Suche nach dem, was es mit Jesus und dem Himmel auf sich hat und was damals eigentlich so passierte.

Mit Kindern aus der Gemeinde St. Leonhard Schweinau und dem Projekt „Heimat für Russlanddeutsche“ der SinN-Stiftung, Nürnberg.
Leitung: Dr. Sabine Arnold und Elisabeth Lachenmayr
Gott spricht auch Russisch
Evangelische Gottesdienste in russischer Sprache
Nürnberg, 7.4.2009
Die Nikodemus-Kirche in Nürnberg/Röthenbach macht den russischsprachigen evangelischen Christen im Westen der Stadt ein neues Angebot: Ein Mal im Monat um 11 Uhr nach dem sonntäglichen Hauptgottesdienst bietet sie evangelische Gottesdienste in russischer und deutscher Sprache. Ähnlich wie in Nürnberg-Langwasser leben im Südwesten Nürnbergs sehr viele russisch-sprachige Zuwanderer, je nach Gemeinde etwa 15---20% der Bevölkerung. Etwa die Hälfte von ihnen bekennt sich zum evangelischen Glauben.
"Der Protestantismus ist eng an das Wort gebunden und gerade Martin Luther wollte, dass die Menschen die Bibel verstehen können", sagt Pfarrer Ullrich Kleinhempel, der die Gottesdienste leitet. "Es ist uns sehr wichtig, unseren Gemeindemitgliedern die Möglichkeit zu geben, die Verkündigung in ihrer Muttersprache zu hören, zu verstehen und zu empfinden, denn es ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis, in der eigenen Muttersprache zu beten."
"Viele Menschen, die aus den ehemaligen sozialistischen Staaten zu uns gekommen sind, haben großes Interesse am Glauben, in ihren Herkunftsländern durften sie ihn aber nicht leben. Religiöse Praxis oder Kirchenbesuche können sie nicht kennen und nicht an ihre Kinder vermitteln.", sagt Dr. Sabine Arnold von der SinN-Stiftung des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Nürnberg, die die russisch-deutschen Gottesdienste organisatorisch begleitet. "Das Problem ist, dass sich diese Menschen in den evangelischen Hauptgottesdiensten fremd fühlen, weil sie die Liturgie nicht kennen und weder die Predigt noch Lieder richtig verstehen."
Unterstützt werden Pfarrer Kleinhempel und Dr. Sabine Arnold von einem russisch-deutschen Gottesdienst-Team, das sich im Projekt "Heimat für Russlanddeutsche" gebildet hat: Maria Gorelowa, Peter Unrau und der Musiker Walter Schatschneider sorgen nicht nur für die Übersetzungen der Predigt und Gebete ins Russische, sondern auch für die musikalische Gestaltung der Feier.
Am 19. April -- dem Tag des orthodoxen Osterfestes -- wird in der Nikodemus-Kirche ein Gottesdienst zum Thema Ostern gefeiert. Im Anschluss werden alle Gottesdienstbesucher eingeladen, bei Osterzopf und Kulitsch -- dem klassischen russischen Ostergebäck -- über die eigenen Osterbräuche nachzudenken und zu plaudern.
Weitere Gottesdienste werden in diesem Jahr an den folgenden Tagen
stattfinden:
17. Mai: Tag der Befreiung –
14. Juni: Johannestag –
19. Juli: Sommerfest –
16. August: Auf dem Land –
27. September: Erntedank –
18. Oktober: Hochzeitsbräuche --
15. November: Gedenken an die Deportation --
Bei Rückfragen steht Ihnen Projektleiterin Dr. Sabine Arnold unter Tel.
0911-23991930 gern zur Verfügung.
Borschtsch und Blinis für den Landesbischof

Johannes Friedrich informierte sich über das Projekt „Heimat für Russlanddeutsche“.
Mit kräftigem Borschtsch-Eintopf und Blinis (Buchweizenpfannkuchen) stärkte sich Landesbischof Johannes Friedrich am 3. Adventssamstag bei seinem Besuch in Nürnberg. Pünktlich um 13 Uhr kam er in Begleitung von Stadtdekan Bammessel, Dekan Wessel und der Pressereferentin Silvia Jühne nach St. Leonhard. Hier erwarteten ihn Pfarrer Thomas Grieshammer, die Projektleiterin Dr. Sabine Arnold und 15 Ehrenamtliche des Projekts Heimat für Russlanddeutsche. Sie informierten den hohen Besuch über ihre verschiedenen Initiativen wie die Schülernachhilfe, den Musikunterricht und die Angebote für Erwachsene.
Landesbischof Friedrich freute sich sichtlich über seinen Besuch in St. Leonhard, wo er seine Vikariatszeit erlebt hat und genoss nicht nur eine gute Tasse Tee aus dem Samowar, sondern auch die Lieder und Gedichte, die Erika und Jürgen im Musikunterricht bei Frau Vinogradskaja für ihn einstudiert hatten.
Dr. Sabine Arnold - SinN-Stiftung
Ein Engel in der Schule
37 Kinder und Jugendliche aus 5 Nationen probten in der letzten Woche der Sommerferien 2008 das Musical „Ein Engel?“ Das Stück dreht sich um ein Mädchen, das von ihren Klassenkameraden gemobbt wird bis ihr ein Engel hilft. Die Kids sangen, malten und trainierten für ihren Auftritt auf der Bühne. Im Kirchenschiff der alten Sandsteinkirche wurde ein Himmel-Wolken-Bett aufgebaut, der Altarraum wurde in ein Klassenzimmer verwandelt – aus der Kirche wurde eine Woche lang ein Theater.
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„Das ist ein großes Stück anstrengende Arbeit für die Kinder - doch am Ende stand für alle sichtbar ein tolles Gesamtkunstwerk mit fetziger Musik“, sagt die Leonharder Kantorin Elisabeth Lachenmayr, die mit dieser Musical-Woche Ihren Dienst in St.-Leonhard quasi mit einem Paukenschlag begann. Sie hat viel Erfahrung mit der Kinderchorarbeit und will auch in St. Leonhard ab Oktober einen Kinderchor aufbauen.
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Die Regie hatte Nicole Szymiczek übernommen. Die Theaterpädagogin bringt viel Erfahrung aus der Kinderarbeit in städtischen und freien Theatern mit. Ihr war es wichtig, dass die Kinder beim Spielen auf der Bühne ihre eigenen Ideen in den Rollen umsetzten. „Ich wollte, dass die Kinder der verschiedenen Nationen in dieser Woche zu einem Ensemble zusammenwachsen – dass sie sich im Spiel aufeinander beziehen.“
Dass ihr das gelang zeigte der Auftritt der Kinder am Ende der Woche. Mit Bühnenarbeit und Gesang begeisterten die jungen Schauspieler und Sänger ihr achzigköpfiges Publikum und mussten sogar eine Zugabe geben. Ein toller Erfolg nach nur 4 ½ Tagen Probezeit!
Einen ganz besonderen Beitrag leistete Tatjana Engelhardt, Kunstpädagogin aus Russland, die in Nürnberg eine Ausbildung zur Erzieherin macht. Eine ganze Woche lang gestaltete sie mit einer Gruppe von Kindern die Bühnenbilder, die Requisiten und Kostüme.
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Genau so wie die Damen in der Küche (Lidia Schedel, Emma Baumtrog, Anna Kristalinskaja und Olga Kutscher) und zwei Erzieherinnen (Maria Gorelowa und Tatjana Mastel) arbeitet Frau Engelhardt ehrenamtlich im Projekt „Heimat für Russlanddeutsche“ der SinN-Stiftung des evang.-luth. Dekanats Nürnberg. Dr. Sabine Arnold, die Leiterin des Projekts, organisierte die Theaterferienwoche, um in St.-Leonhard-Schweinau, der Kirchengemeinde mit dem höchsten Anteil russlanddeutscher Zuwanderer in Nürnberg, eine sinnvolle Ferienbeschäftigung und Betreuung für die Kinder zu schaffen. „Besonders viele russlanddeutsche Zuwandererfamilien leben in Deutschland sehr isoliert und zurückgezogen. Die evangelische Kirche will den Kindern und ihren Familien helfen, ein integriertes und erfolgreiches Leben in Deutschland zu führen.“
Dr. Sabine Arnold - SinN-Stiftung
Aha-Erlebnisse bei Borschtsch und Tee vom Samowar
900 Besucher im "Russlandsdeutschen Haus"
Nürnberg, 11. Juni 2008
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Als vollen Erfolg werten die Veranstalter die Ausstellung "Das Russlandsdeutsche Haus", die vom 2.-9. Juni in der Martin-Niemöller-Kirche in Nürnberg-Langwasser zu sehen war. Etwa 500 Besucher ließen sich tagsüber von russlanddeutschen "Gastgebern" die Ausstellung zeigen, die als Nachbau eines Hauses angelegt ist, wie es die Russlanddeutschen an der Wolga oder in Kasachstan oft mit eigenen Händen gebaut haben. Die begleitenden Veranstaltungen vom Kochkurs bis zum Kabarett zogen noch einmal 400 Gäste an. Insgesamt kamen in nur einer Woche 900 Gäste, darunter auch eine Kindergruppe aus der Blindenschule, die das Leben der Russlandsdeutschen entdecken wollte.
Einheimische und zugewanderte Deutsche kamen bei Borschtsch und Tee vom Samowar ins Gespräch und hatten so manches Aha-Erlebnis über die verschiedenen Traditionen und Lebenswirklichkeiten. So gelang, was Stadtdekan Michael Bammessel als Schirmherr sich bei der Ausstellungseröffnung gewünscht hatte. In seiner Predigt legte er die Bibelstelle „Ich muss heute bei Dir zu Gast sein“ aus und erhoffte sich von der Ausstellung, dass Einheimische und Zuwanderer im persönlichen Kontakt gegenseitige Vorbehalte abbauen könnten.Über das große Interesse und gelungene Begegnungen freut sich Diakon Friedrich Röttenbacher von der Evangelischen Aussiedlerseelsorge in Langwasser und bemerkt: "Dieser Erfolg war möglich, weil die Veranstalter - die Aussiedlerseelsorge, die SinN-Stiftung, das "Haus der Heimat" e.V. und der Verein "Helfen von Herzen" - viel Zeit und Phantasie in die Vorbereitung investiert haben." Dr. Sabine Arnold, Projektleiterin der SinN-Stiftung, ergänzt: "Wir haben wieder neu erlebt, wieviel Kraft und Wissen in den russlanddeutschen Zuwanderern steckt, das im Alltag oft nicht angewendet werden kann, weil viele arbeitslos sind und am Rand der Gesellschaft leben. Beim Aufbau der Ausstellung haben Männer geholfen, die in Russland bereits fünf Häuser selbst gebaut hatten. Ihre Frauen haben in der Küche und bei den Führungen mit fast unerschöpflicher Energie und großem Engagement gearbeitet. Mit diesen Menschen ist unserer Kirche viel Kraft für ein lebendiges Gemeindeleben zugewachsen." Anna Kloos, russlanddeutsche Zuwanderin und Vorsitzende des Vereins „Helfen von Herzen“ sah denn auch in der Ausstellungswoche bestätigt, wie viel Kraft die Zuwanderer entwickeln könnten, wenn sie ein Projekt zusammen anfassen. Die Leiterin des Hauses der Heimat sieht den Anfang für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit geschafft. Der 30köpfige Trägerkreis ist durch das Projekt zusammen gewachsen, ein paar Anschlussprojekte wurden bereits geplant.
"Das Russlandsdeutsche Haus" ist eine Wanderausstellung, die von der Evangelischen Aussiedlerseelsorge in Westfalen konzipiert worden ist. Sie ist vom 10.6.-16.6.2008 in der Gethsemanekirche (Straßburger Ring 127) in Würzburg-Heuchelhof zu sehen und vom 17.6.-23.6.2008 in Coburg in der Johanneskirche (Johanneskirchplatz 1).
Dr. Sabine Arnold, Ute Baumann (SinN-Stiftung des evang.-luth. Dekanats Nürnberg)



