Solidarität mit den Karstadt-Beschäftigten


Mit großer Betroffenheit erfuhren wir als Evangelische Kirche von den geplanten Schließungen der beiden Karstadt-Kaufhäuser in Nürnberg. Beide Kaufhäuser gehören zum Leben und zum Erscheinungsbild unserer Stadt hinzu. Sie stehen bei den Bürgerinnen und Bürgern in dem Ruf, dass man in ihnen von den Mitarbeitenden freundlich bedient und kompetent beraten wird. Gemeinsam mit den Beschäftigten hoffen wir, dass Wege gefunden werden können, die beiden Kaufhäuser weiterhin zu erhalten.

Daher appellieren wir an alle Verantwortlichen, ihre Spielräume zugunsten der Beschäftigen zu nutzen. Als Kirche ist es uns ein Herzensanliegen, daran zu erinnern, welch hohe Bedeutung die Arbeit für alle Menschen hat: Sie ist existentiell wichtig!

Die Vorgänge um Karstadt machen uns auch nachdenklich angesichts eines Wirtschaftssystems, in dem eher ein Verlust von Arbeitsplätzen hingenommen wird als ein Verlust bei den Mietgewinnen. Wir beobachten zudem besorgt die in der Coronakrise noch verstärkte Zunahme des Online-Einkaufs.

Zu einer lebenswerten Stadtgesellschaft gehören auch zentrale Einkaufsgelegenheiten, daher wünschen wir uns eine Stärkung des stationären Einzelhandels und seiner Mitarbeitenden.

Stadtdekan Dr. Jürgen Körnlein und Dekanin Britta Müller
Evang.-Luth. Dekanat Nürnberg

Pfarrer Johannes Rehm
Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) in Bayern